Brig – 6. November 2026
Lesung aus: Lentille. Aus dem Leben einer Kuh
https://www.bergbuchbrig.ch/
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Liegt Ihnen daran, unterwegs in der Eisenbahn eine Postkarte zu verfassen, aber es fehlt Ihnen eine Schreibunterlage?
Wünschen Sie, wenn Sie glücklich und erschöpft von einem langen, auf staubigen Wegen zugebrachten Tag im Zelt liegen, ein üppigeres Kissen als jenes, das sich mit Ihrem gefalteten Pullover bilden lässt?
Empfänden Sie es als beglückend, bisweilen ein blühendes Gras, entdeckt auf einem Spaziergang, ein Exemplar des robusten Rotschwingels vielleicht, mit fein begrannten Ähren, oder, etwas zarter, ein Alpen-Rispengras mit viviparem Blütenstand in seiner Schönheit zu erhalten und also zu trocknen und zu pressen?
Wackelt Ihnen am städtischen Straßenrand manches Mal der Bistrotisch und Sie wünschten, Sie könnten etwas unter das kürzeste Tischbein klemmen, auf dass die Welt im Nu ihre Schieflage verließe und sich Ihnen klare Sicht böte auf Kaffee und Kontinuitäten?
Sollten Sie dazu neigen, diese Fragen mit einem Ja zu beantworten, so ist klar: Sie benötigen ein Buch.
Wer sich mit den Erschütterungen befasst, die sich in den Alpen nach baulichen Eingriffen zeigen, dem fällt immer wieder auf, wie deutlich diese Gebirgszüge einem menschlichen Körper ähneln, der behandelt wird mit Akupunktur.
aus Gschwind oder Das mutmaßlich zweckfreie Zirpen der Grillen
Und tatsächlich kommt sie bisweilen, wenn du trinkst, ganz kurz, breit und glänzend, zum Vorschein: deine Seele. Wie der Rücken eines auftauchenden Wals.
aus Die Suche oder Die steinstaubfarbenen Himmel über Udatschny
Lesung aus: Lentille. Aus dem Leben einer Kuh
https://www.bergbuchbrig.ch/
Lesung aus: Lentille. Aus dem Leben einer Kuh
https://artenfestival.ch/de
Vernissage von Early Open Fire. Texte und Bilder aus dem hohen Norden Alaskas. Mit Beat Schweizer und Urs Mannhart.
Eintritt frei. Barbetrieb.
Raum Huber, Huberstrasse 13 A, 3008 Bern
Türe: 19 Uhr
Lesung und Präsentation: 19 Uhr 30
Lesung am Literaturfestival Leukerbad.
https://literaturfestival.ch/
Am offenen Fenster stehen. Ewig hast du schon an diesen offenen Fenstern gestanden, mit zusammengekniffenen Augen in die leere, freie, nicht auskühlende Nacht hinausgespäht und den Wind in die Gesichtshälften fahren lassen.
aus Die Anomalie des geomagnetischen Feldes südöstlich von Domodossola
Urs Mannhart, geboren 1975, lebt als Schriftsteller in La Chaux-de-Fonds.
Er hat Zivildienst geleistet bei Grossraubwildbiologen und Drogenkranken, hat ein Studium der Germanistik und der Philosophie abgebrochen, ist lange Jahre für die Genossenschaft Velokurier Bern gefahren, war engagiert als Nachtwächter in einem Asylzentrum und absolvierte auf Demeter-Betrieben die landwirtschaftliche Ausbildung.
Mannhart beschäftigt sich mit Tierphilosophie, mit der Quantenphysik in der Photosynthese, mit dem Orientierungsvermögen weit reisender Vögel, mit dem Übernachten unter schönen Bäumen – und mit der Frage, wie derartige Themen zu Literatur werden können.
Für sein literarisches Werk erhielt er eine Reihe von Preisen, darunter den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis 2017. Im selben Jahr war er zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eingeladen; sein Text stand auf der Shortlist.
Viele seiner Reportagen sind entstanden in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Beat Schweizer und der Übersetzerin Jelena Ilinowa.